Mathildas Geschichte
Mathilda wurde im Auftrag von Wilfried Leven, Travemünde, aus Finnischer Kiefer nach historischen Vorlagen 1994-1996 in Finnland gebaut.
Die Dampfmaschine stammt von der Kapitänspinasse des Australischen Kleinen Kreuzers "HMS Melbourne" von 1911, die Fertigstellung des Kleinen Kreuzers erfolgte 1913. 1928 wurde die HMS Melbourne verschrottet, auch die Kapitänspinasse hat die Zeit nicht überlebt. Die schöne Dampfmaschine Baujahr 1912 hingegen schlummerte lange Jahre in einer Scheune in England, ehe sie von Herrn Leven wieder zum Leben erweckt wurde.
2003 verstarb Herr Leven. Seine Frau Marga übergab Mathilda 2006 an den Museumshafen Oevelgönne e.V., damit sie im Umfeld der historischen Schiffe betrieben und sachgemäß gepflegt wird.
Daten und Fakten zur Dampfpinasse Mathilda
Rumpflänge: 12,0 m
Breite: 2,90 m
Tiefgang: 0,80 m
Baujahr: 1996 (Nachbau nach historischen Rissen)
Baumaterial: Oregon Pinie, Mahagoni
Werft: Jacobstads Batsvarv, Finnland
Maschine: 2-Zylinder- Expansionsdampfmaschine im Kondensatorbetrieb mit 29 PS, Fabrikat Philips, 1912, England
Kessel: Wasserrohrkessel von Alex Ritchie, England
Leistung des Kessels: 25 HP
Kleiner Ausflug in die Physik:
1 HP (Horse Power) entspricht 1 PS Genauer: 1 HP = 1,0139 PS = 0,7458 KW
1 PS ist die Leistung, die erforderlich ist um 75 Kg in 1 Sek. 1 m anzuheben
Berechnungsdruck: 19 bar
Prüfdruck: 28 bar
Kesselabnahme: 14. März 1996
Wasserinhalt bis Mitte Schauglas: 95 Liter
Dampfleistung Kessel: 380 kg/h
Heizfläche : 6,9 m²
Rostfläche: 0,33 m²
Bauvorschrift Kessel: BS 1113 : 1992 (British Standard, Ausgabe 1992)
die laufenden Prüfungen werden vom LR (Lloyds Register) durchgeführt
Feuerung: Kohle (schlesische Steinkohle), Extrazit (qualmfreie Kohle), Holz
Es dauert mindestens drei Stunden, bis der Kessel genug Dampf erzeugt und Mathilda fahrbereit ist. Heizen bedeutet auf Mathilda früh aufstehen!!
Kohlebunker in den Bordwänden: 6 Stück mit je ca. 100 kg Fassungsvermögen
Verbrauch: Pro Stunde bis zu 16 kg Kohle
Verdrängung: 6,5 t
Ausstattung: Der außen liegende Kondensator und moderne Navigations- und Kommunikationsinstrumente ermöglichen einen Einsatz im Salzwasser. Im Vorschiff gibt es zwei Schlafplätze und eine Toilette mit Fäkaltank.
Eigner: Museumshafen Oevelgönne e.V. www.museumshafen-oevelgoenne.de
Heimathafen: Hamburg
Liegeplatz: Tatenberg (Hamburg), Sandtorhafen